Gestern habe ich meine Cousine in Oranienburg an der S-Bahn abgeholt. Mit dem Wohnmobil darf ich auf dem öffentlichen Parkplatz nicht stehen bleiben und werde weggeschickt – also rolle ich kurzerhand auf einen großen Supermarktparkplatz. Von dort aus warte ich, bis meine Cousine sich meldet: „Ich stehe an der S-Bahn!“ Ein kurzer Halt reicht, damit sie ins Wohnmobil hüpfen kann – und schon sind wir startklar.

Die Fahrt Richtung Danzig beginnt! Nach einem kurzen Essensstopp kommen wir nach sechs Stunden Fahrt im Dunkeln am Campingplatz an. Wir ahnen noch nicht, dass es in Danzig mindestens drei Campingplätze gibt – kein Wunder also, dass einige aus unserer Gruppe woanders gelandet sind. Aber halb so wild: Offiziell startet unsere Tour ja ohnehin erst morgen in Elbląg. Barbara und Moni haben wir trotzdem schon getroffen – und die Chemie stimmte auf Anhieb.

Heute stand dann Danzig (Gdańsk) auf dem Plan. Mit der Straßenbahn sind meine Cousine und ich in die Innenstadt gefahren und haben uns treiben lassen. Was für eine wunderschöne alte Hansestadt! Enge Gassen, reich verzierte Fassaden und das Flair vergangener Jahrhunderte. Hier wurde einst die berühmte Danziger Rechtstadt erbaut, mit dem Langen Markt, den prächtigen Kaufmannshäusern und dem Artushof, wo sich einst die Hansekaufleute trafen. Am Ufer der Mottlau bewunderten wir das Krantor – ein mittelalterliches Wahrzeichen der Stadt. Man spürt an jeder Ecke die bewegte Geschichte: vom Glanz der Hansezeit bis hin zum schweren Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg.

Abends haben wir uns wieder mit Barbara und Moni getroffen. Gemeinsam ließen wir den Tag gemütlich ausklingen – mit viel Lachen, ein bisschen Reiseplanung und Vorfreude auf alles, was noch vor uns liegt.