Salzbergwerk Wieliczska, PolenManchmal führen Reisen nicht nur über Landstraßen und Plätze, sondern direkt in die Tiefe. So geschehen bei unserem Ausflug zum Salzbergwerk Wieliczka, nur wenige Kilometer südöstlich von Krakau. Statt Aussichtspanorama gab es diesmal: 135 Meter unter der Erde, viele Stufen und eine gehörige Prise Salzluft.

Wir hatten uns für eine deutschsprachige Führung entschieden – eine ausgezeichnete Wahl, denn was folgt, ist keine einfache Besichtigung, sondern eine Zeitreise. Knapp 2,5 Stunden waren wir unter Tage unterwegs, und spätestens nach den ersten gefühlt endlosen Treppenstufen wurde klar: Dieses Bergwerk erschließt man sich nicht im Vorbeigehen.

Salzbergwerk Wieliczska, PolenDas Salzbergwerk Wieliczka zählt zu den ältesten noch erhaltenen Bergwerken der Welt. Bereits im 13. Jahrhundert begann hier der Salzabbau, und über Jahrhunderte war das „weiße Gold“ eine der wichtigsten Einnahmequellen des polnischen Königreichs. Heute gehört das Bergwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe – und das völlig zu Recht.

Unter Tage eröffnet sich eine eigene Welt: kilometerlange Gänge, riesige Kavernen, unterirdische Seen und kunstvolle Skulpturen, die vollständig aus Salz gehauen wurden. Bergleute waren hier nicht nur Arbeiter, sondern auch Künstler. Besonders beeindruckend ist die berühmte Kapelle der Heiligen Kinga – ein Raum so groß wie eine Kirche, mit Kronleuchtern aus Salzkristallen und Reliefs, die im gedämpften Licht beinahe märchenhaft wirken.

Unsere Führung war informativ, lebendig und immer wieder mit kleinen Anekdoten gespickt. Wir erfuhren, wie hart die Arbeit der Bergleute einst war, warum Salz früher fast so wertvoll wie Gold war und dass das Mikroklima des Bergwerks sogar als gesund gilt – ein Wellnesshotel tief unter der Erde also, nur ohne Tageslicht und Zimmerservice.

Am Ende tauchten wir wieder ans Tageslicht auf, leicht müde in den Beinen, aber reich an Eindrücken. Der Ausflug nach Wieliczka war eine perfekte Ergänzung zu unserer Krakaureise.

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