Während viele schon zum nächsten Programmpunkt aufbrechen, genießen meine Cousine und ich noch die Sonne am Campingplatz. Schließlich will so ein Reisetag auch fotografisch festgehalten werden – und bei strahlend blauem Himmel sieht einfach alles doppelt so schön aus.
Unser Ziel heute: die Wolfsschanze bei Kętrzyn. Der Name klingt schon nach Abenteuer – und tatsächlich verbergen sich hier beeindruckende, wenn auch düstere Spuren der Geschichte. Die Wolfsschanze war während des Zweiten Weltkriegs Hitlers Hauptquartier an der Ostfront. Inmitten dichter masurischer Wälder liegt ein riesiges, teils moosbewachsenes Bunkerareal mit über 80 Gebäuden. Beim Laufen zwischen den massiven Betonruinen spürt man förmlich die abgeschottete Atmosphäre der damaligen Zeit – kühle, dunkle Gänge, überwucherte Wände und das leise Rascheln der Blätter wirken fast mystisch. Hier verübte Claus Schenk Graf von Stauffenberg 1944 sein berühmtes Attentat – das jedoch scheiterte. Heute kann man zwischen den Ruinen noch erahnen, wie abgeschottet und surreal das Leben hier gewesen sein muss.
Nach der Besichtigung packen wir unsere Sachen zusammen, steigen wieder in den Camper und machen uns auf den Weg nach Harsz. Unterwegs erzählen wir uns kleine Geschichten und lassen die Eindrücke sacken – und während der Camper durch die Landschaft rollt, wissen wir: Auch das langsame Ankommen hat seinen Reiz.














































































