Der Samstagabend empfing uns mit Nieselregen und echtem November-Unmut, doch genau das machte den Weg auf den Zeteler Markt irgendwie noch gemütlicher. Gemeinsam mit Freunden stolperten wir lachend zwischen Regenschirmen, Pfützen und Vorfreude Richtung Volksfest, das seit Jahrhunderten jedes zweite Wochenende im November seinen Zauber entfaltet.

Sobald wir das bunte Gewimmel erreichten, war das graue Wetter vergessen. Lichterketten, Musikfetzen und der Duft von warmem Teig ließen alles heller wirken. Wir ließen uns treiben – ohne Plan, dafür mit guter Laune und der ein oder anderen beschwingenden Flüssigkeit, an die wir uns später nur noch vage erinnern. Aber eines blieb uns glasklar im Gedächtnis: der Crêpe mit Marzipan – warm und süß.

Zwischen Fahrgeschäften, Buden und lachenden Menschen fühlte es sich an, als spazierten wir durch ein Stück lebendige Geschichte. Der Zeteler Markt, dessen genaue Entstehung kaum jemand kennt, könnte sein Marktrecht einst gekauft, ertauscht oder einfach erfunden haben. Fest steht: Seit mindestens 1684 wird er gefeiert, hat sich vom Viehmarkt zum Krammarkt und weiter zum größten Volksfest der Region entwickelt – und trägt bis heute stolz seine Tradition durch die Novembernächte.

Und so wanderten wir weiter, begleitet vom Riesenrad, vom Duft gebrannter Mandeln und vom Gefühl, dass hier nicht nur gefeiert wird, sondern dass Vergangenheit und Gegenwart Hand in Hand gehen. Der Regen störte längst nicht mehr – er machte die Erinnerung nur ein kleines bisschen glänzender.

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